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Hauskauf ohne Eigenkapital: Brite möchte den deutschen Baufi-Markt umkrempeln

Nur jeder Fünfte glaubt genug Eigenkapital ansparen zu können: Zwei Drittel aller Deutschen möchte einmal die eigenen vier Wände beziehen könne, doch nur jeder Fünfte glaubt, dass er das notwendige Eigenkapital dafür zusammengespart bekommt. Tim Rooney, Leiter für Hypothekenausfallversicherungen bei Genworth in Deutschland, möchte dieses Hindernis für potenzielle Kreditnehmer aus dem Weg schaffen. Bisher seien die Geschäftsbanken bei der Vergabe von Immobilienkrediten viel zu restriktiv vorgegangen und böten den Hauskauf ohne Eigenkapital (auch Vollfinanzierung) viel zu selten an. Bei einer Vollfinanzierung erhält der Darlehensnehmer die komplette Kaufsumme von der Bank und muss kein eigenes Kapital mitbringen. Bisher wurde diese Art der Baufinanzierung sehr limitiert an Kunden mit außergewöhnlich guter Bonität vergeben.  Ihr Anteil an Darlehen lag bei acht bis zehn Prozent und ging seit einiger Zeit kontinuierlich zurück, erklärten zwei große deutsche Anbieter von Baufinanzierungen.

 

Vollfinanzierung belastet Bankbilanzen: Die Zurückhaltung ist vor allem durch die Bilanzpolitik der Banken begründet: Bei der Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital müssen Geldhäuser mehr Kapital zurücklegen. Dieses Geld ist gebunden und somit nicht für weitere Geschäfte verfügbar, was besonders kleinere Finanzinstitute belastet. Für diese Lücke bei den Sicherheiten möchte Genworth nun sein neues Produkt anbieten: die Hypothekenausfallversicherung. Macht die Hypothekenausfallversicherung den Weg für die Vollfinanzierung frei? Bei der Hypothekenausfallversicherung können Banken beispielsweise 30 Prozent des Darlehens gegen Ausfall bei Genworth versichern.  Diese Versicherung fungiert als Ersatz für das fehlende Eigenkapital des Kreditnehmers und entlastet damit die Bilanz der Bank. In den USA ist dieses Modell bereits ein Riesengeschäft während der deutsche Markt bisher eher zurückhaltend auf das Angebot reagiert hat. Ist dieses Konzept nicht ein Menetekel für eine Immobilienkrise nach amerikanischem Vorbild anno 2008? Rooney sieht diese Entwicklung nicht zwingend, denn auch er möchte das Vollfinanzierungen weiterhin nur an Kunden ausgegeben werden, die ein Baudarlehen bedienen können.

 

Hauskauf ohne Eigenkapital fast immer die teuerste Variante: Doch in welchen Fällen macht ein Hauskauf ohne Eigenkapital überhaupt Sinn? Experten sind der Meinung, dass eine Vollfinanzierung nur in zwei Fällen Sinn macht: Der erste Fall liegt vor, wenn in der Ansparphase die Immobilienpreise so stark steigen, dass sie den Zinsaufschlag für eine Finanzierung ohne Eigenkapital übersteigen. Im zweiten Fall steigen die Bauzinsen in der Ansparphase so sehr, dass auch hier der Zinsaufschlag für eine Vollfinanzierung die günstigere Kreditvariante wäre. Beide Arten haben jedoch gemeinsam, dass sie für Laien und auch Experten praktisch so gut wie nicht vorhersagbar sind und dem Verbraucher somit keine Planungssicherheit geben. Für Verbraucher, die sich eingehender mit dem Thema Hauskauf ohne Eigenkapital beschäftigen möchten, folgen bitte diesem Verweis. Ein Hauskauf ohne Eigenkapital wird in den meisten Fällen die teuerste Art sein, ein Haus zu finanzieren. Und das sind sich auch alle Verbraucher bewusst. Ob Rooneys Modell bei vorsichtigen und besonnenen Deutschen Erfolg hat, bleibt somit ungewiss.

Hauskauf ohne Eigenkapital: Brite möchte den deutschen Baufi-Markt umkrempelnArtikelTorsten PaulDer Traum vom Eigenheim bleibt für viele Deutsche unerfüllt, da sie an der der Eigenkapitalhürde scheitern. Denn deutsche Banken fordern ... Bewertungsdurchschnitt: 2.9 von gesamt 19