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Kann man den Pflegenotstand mit ausländischen Fachkräften ausgleichen?

Ist es die beste Lösung, Pflegekräfte aus dem Ausland zu holen? Oder übersehen wir die nahelegendste Lösung: Gutes Personal hierzulande auszubilden und den Beruf im Allgemeinen attraktiver zu gestalten? Bürokratie ist nicht ohne Grund ein Synonym für Stolperstein, denn um den hiesigen Pflegenotstand aufzulösen, braucht man mehr Personal, doch es gibt große Schranken, wenn es darum geht, ausländische Fachkräfte anzuwerben. Das macht es für keine Vermittlungsagentur im Gesundheitswesen leicht, passendes Fachpflegepersonal zu finden und zu vermitteln. Ob dies gut oder schlecht ist, darum soll es nun gehen.  Das größte Problem besteht wohl darin, dass die Prüfverfahren nicht standardisiert sind und es somit einige Monate dauern kann, bis eine Pflegefachkraft aus dem Ausland engagiert wird. Spricht das für eine überhöhte Vorsicht? Natürlich möchte man nur die besten Kräfte in die Nähe der pflegebedürftigen Menschen lassen und nicht das Risiko eingehen, das ungelernte und unfähige Menschen diese Arbeit verrichten sollen.

 

Denn Pflegekräfte übernehmen Aufgaben, für die man zurecht ausgebildet werden muss, weil die Verantwortung einfach zu groß ist, die sie im Alltag tragen.  Daher tut es gut, wenn der Prüfprozess so genau wie möglich ist, aber eben auch nicht zu umständlich. Da man ansonsten riskiert, dass fähiges Personal aus dem Ausland die Motivation verliert und die hiesigen Patienten nicht in den Genuss kommen, dass mehr Pflegekräfte in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen kommen können. Schließlich sollen doch beide Seiten davon profitieren, nicht wahr? Ist es eine langfristige Lösung? Wohl kaum. Grundsätzlich ist es ein positiver Gedanke, den aktuellen Mangel an Pflegekräften durch Anwerbung ausländischer Fachkräfte auszugleichen. Doch das gelingt nicht auf Dauer. Es kann nur eine Übergangslösung sein, aber nicht mehr. Generell muss und sollte daran gearbeitet werden, das dieser so wichtige Berufsstand attraktiver gemacht wird. Nicht nur, was die Bezahlung angeht, sondern auch hinsichtlich Arbeitszeit, Würdigung, Anerkennung und Entlastung auch während der Arbeit.

 

Man kann wohl kaum erwarten, dass ein Beruf attraktiv ist und viele Menschen zu einer Ausbildung reizt, wenn die Arbeitsbedingungen diesen Eindruck sogleich zerstören.  Zwar ist das Problem dringend, gerade für die Patienten in Seniorenheimen und anderen Einrichtungen. Doch darf man sich nicht zu kurzfristigen "wir müssen jetzt mal etwas machen" hinreißen lassen. Es geht um fundamentale Veränderungen, die das Grundproblem verstehen, aufzulösen. Es geht darum, dass wir nur dann erwarten können, dass Menschen sich für den Beruf der Pflegekraft entscheiden, wenn sie dafür eine natürliche Begabung haben, wenn sie sich dafür qualifizieren und wenn sie den Beruf mit Leidenschaft ausführen. Und nun müssten wir darüber reden, wie man es schafft, diese drei Kernkompetenzen zu vereinen, um ein Grundprogramm zu beschliessen.

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