
Unter Vergolden versteht man das Überziehen metallischer und nichtmetallischer Materialien mit einer Goldschicht, die in ihrer Stärke je nach verwendetem Verfahren und vorgesehener Verwendungszweck stark differieren kann.Schon in der Antike wusste man, dass mit einer Goldschicht, die optische Wirkung und die Gebrauchseigenschaften unedler Metalle sowie die Korrosionsbeständigkeit, positiv beeinflusst werden können.Für Goldüberzüge können reines Gold sowie auch Goldlegierungen verwendet werden, die durch den Zusatz bestimmter Elemente in Farbe, Härte und Verschleißbeständigkeit den jeweiligen technischen oder optischen Ansprüchen genügen.
Bei der Vergoldung unterscheidet man unter mechanischen und chemischen Techniken. Wobei das mechanische Aufbringen von dünnem Goldblech oder Blattgold mittel Bindemittel z.B. auf Bilderrahmen und in der Kunst sowie der Tafelmalerei schon lange üblich ist. Auch das Walzverfahren oder Goldplattierung (Doublé) bei dem Goldblech unter starkem Druck mit einem anderen Metall eine unlösbare Verbindung eingeht gehört zu den mechanischen Verfahren. Die Feuervergoldung als chemische Verfahren ist schon bei den Ägyptern bekannt. Zum Vergolden wird hier Goldamalgam, eine Verbindung aus Gold und Quecksilber, auf den zu vergoldenden Gegenstand aufgebracht. Erwärmt man diese Verbindung verdampft das Quecksilber und der Goldüberzug bleibt auf den Gegenstand zurück.
Wegen der Giftigkeit des Quecksilbers sind besondere Sicherheitsmaßnahmen erforderlich.Heute werden die meisten Goldüberzüge durch galvanotechnische Verfahren aufgebracht. Wobei der metallische Gegenstand in eine Goldelektrolytlösung (Bad) getaucht wird, durch das Anlegen einer Spannung wandern die positiven Goldionen in der Lösung zur negativen Elektrode und scheiden sich hier als reiner Goldüberzug ab. Durch die Veränderung der Reaktionsbedingungen (Temperatur, Spannung bzw. Stromstärke und Elektrolysezeit) kann man verschiedene gleichmäßige Schichtdicken von ca. 0,1 bis 200 μm erzeugen. Das Dieses Verfahren der Vergoldung ist jedoch nicht dazu geeignet um Unebenheiten durch Abnutzung oder mechanische Beanspruchungen auszugleichen. Da bei den galvanischen Verfahren meist mit zyanidhaltigen Bädern gearbeitet wird sind besondere Sicherheitsanforderungen im Umgang mit giftigen Stoffen und deren fachgerechter Entsorgung einzuhalten.
Weitere Arten der Vergoldung sind das keramische Aufbrennen, welches in der Zahntechnik aber auch zum Aufbringen von Goldrändern auf Keramik, Porzellan und Glas genutzt wird. Hier kommen spezielle Lösungen von Goldsalzen und Haftmitteln zum Einsatz, die eine dauerhafte Verbindung zwischen Nichtmetall und Metall ermöglichen. Auch das Aufdampfen von Gold im Vakuum wird in der Praxis zur Beschichtung von CDs und empfindlichen Kunststoffoberflächen genutzt.


