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Buchhaltungsbüro
Die Umwelt retten - mit Kompostwürmern?

Wer kennt es nicht: Klimadebatten, Umweltschutz und Treibhausgase - Begrifflichkeiten, welche so manch einer gar nicht mehr hören kann. Und das nicht aus böser Absicht, sondern aus purer Verzweiflung. Denn wo fängt man überhaupt an? Gefühlt wird einem alles verboten was Spaß macht, zu oft wird man nur auf Verzicht als den wichtigsten Aspekt zum Umweltschutz hingewiesen.   Ein aktueller Trend kommt jedoch völlig ohne Verzicht aus und zusammen mit Dünger für eure Pflanzen als Belohnung. Wie das zusammen passt? Ganz einfach: Bio-Abfälle selbst kompostieren und zwar in kleinen, praktischen Wurmkompostern.   Früher war es normal Bio-Abfälle auf dem eigenen Komposthaufen zu entsorgen - keine Müllabfuhr, keine Müllverbrennung, keine riesigen Methan-Meiler namens Kompostieranlagen.

 

Doch im Zuge der Urbanisierung und des Trends hin zum wohnen auf engstem Raum in einer Stadt, schien die Möglichkeit, seinen Bio-Abfall selbst zu kompostieren, unmöglich. Abhilfe sollen jetzt eben diese Wurmkomposter, auch Wurmfarmen, Wurmkisten oder Wurmboxen genannt, schaffen. Mit Hilfe solcher Behälter, in welchen tausende von Kompostwürmern leben, kann man auf kleinstem Raum und völlig geruchlos Biomüll kompostieren. Auf dem Balkon, im Keller, der Garage oder sogar in der Wohnung selbst - es gibt mittlerweile Wurmkomposter in allen möglichen Formen, Farben und Materialien. Daher ist auch für jeden "Geschmack" etwas dabei. Die einzige Pflege, welche die neuen Mitbewohner benötigen: Bio-Müll und zwar reichlich, denn ein Kompostwurm frisst die Hälfte seines Körpergewichts pro Tag an Bioresten. Eine durchschnittliche Population von 3000 Kompostwürmern, kann so ca. 1,5KG Bio-Abfälle pro Tag verwerten und zu wertvollem Wurmhumus machen (Wurmhumus ist mittlerweile fast doppelt so teuer wie Erdöl). Und was passiert, wenn man mal etwas weniger Bio-Müll hat?

 

Kein Problem, die Würmer passen ihre Population automatisch am vorhandenen Nahrungsangebot an. Mittlerweile sprießen auch schon kommerzielle Wurmfarmen wie Pilze aus dem Boden - diese züchten die begehrten Kompostwürmer, um sie als Startpopulationen für Wurmkomposter zu verkaufen. Eine der größten Wurmfarmen im deutschsprachigen Raum, das Unternehmen Alpenwurm, verkauft die Würmer einfach über ihren Onlineshop und versendet sie als Kiloware direkt zu Kunden nach Hause. Die beiden Gründer freut es, denn der Handel mit den Kompostwürmern boomt. Ein Kilogramm der kleinen Tierchen ist für knapp über 30€ zu haben - und sie verdoppeln sich ca. alle drei Monate in ihrer Anzahl. "Ein bombengeschäft - und dabei noch Gutes tun, was will man mehr" - erzählt einer der beiden Gründer und muss schmunzeln. Es bleibt interessant, vielleicht hat ja bald jede Wohnung ihren eigenen, kleinen Wurmkomposter.

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