
In Konversationen zwischen Paddelanfängern und -fortgeschrittenen kommt es oft zu Missverständnissen bezüglich der Bezeichnung des Bootes. Während Anfänger gerne alle Boote als Kajaks bezeichnen, differenziert der Profi klar zwischen Kanu, Kajak und Kanadier. In der deutschen Sprache ist Kanu ein Überbegriff für alle Boote, die in Blickrichtung mit einem Paddel bewegt werden (im Gegensatz zu den Ruderbooten, die entgegen der Blickrichtung bewegt werden). Man unterscheidet zwei Arten von Kanus: Kajaks und Kanadier. Kajaks sind meistens oben geschlossen, und da man in ihnen sitzt sind somit die Beine unter dem Kajak verborgen. Sie werden mit einem Doppelpaddel gefahren.
Für Anfänger sind Kajaks wegen der Instabilität und der teilweise unbequemen Sitzpositione eher nicht geeignet. Auch für Kinder sind Kanadier nicht zu empfehlen, da das Aussteigen unter Wasser wegen der Beinbedeckung schwierig ist. So können Kinder beim Kentern unter Umständen nicht aus dem Boot aussteigen. Kajaks stammen von den Inuit und wurden dort als schnelles und wendiges Boot für die Seehundjagd konstruiert. Im Gegensatz zu Kajaks sind Kanadier oben offen, was auch Kindern ein einfaches Aussteigen unter Wasser ermöglicht. Sie liegen deutlich stabiler im Wasser als Kajaks, haben aber aus diesem Grund auch mehr Widerstand und können nicht so schnell werden wie Kajaks. Kanadier werden mit Stechpaddeln gefahren, deshalb kniet man in vielen Fällen in ihnen. Kanadier wurden von den Ureinwohnern Amerikas als Transport- und Fortbewegungsmittel gebaut. Sie entstanden aus den Einbäumen. Wegen des zunehmenden Handels wurden Kanader im 19. Jahrhundert auch in Europa beliebt. Man sieht also, der Begriff Kanu ist nur ein Oberbegriff für Kanadier und Kajaks.
Beim Kanu kaufen muss man also darauf achten ob man ein Kanadier kaufen oder ein Kajak kaufen möchte. Man sollte beim Kauf also nichts überstürzen und sich zuerst über die Eigenschaften und Spezifikationen der verschiedenen Modelle informieren bevor man zur Tat schreitet. Für Familien ist ein tiefer liegender Kanadier die bessere Alternative, da er nicht so leicht kentert und man beim Kentern leichter aussteigen kann, für Sportler aber ein Kajak, in dem man hohe Geschwindigkeiten erreichen kann.


