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Lebensversicherung beleihen statt kündigen oder verkaufen

Ein hoher Prozentsatz abgeschlossener Kapitallebensversicherungen wird nicht bis zum vorgesehenen Laufzeitende durchgehalten. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Meistens sind veränderte Lebensverhältnisse, beispielsweise Scheidungen oder Arbeitslosigkeit, dafür ursächlich. Oft spielt auch ein plötzlich auftretender größerer Geldbedarf eine Rolle.Wird eine Kapitallebensversicherung vorzeitig beendet, muss der Versicherungsnehmer immer wirtschaftliche Nachteile befürchten. Natürlich ist eine jederzeitige Kündigung möglich. Aber nach einer vorzeitigen Kündigung hat der Versicherungsnehmer nur einen Anspruch auf Auszahlung des so genannten Rückkaufswerts. Dieser Betrag ist häufig sehr niedrig. Das gilt vor allem in den ersten Jahren der Laufzeit. Lebensversicherungen erwirtschaften den Hauptteil der Gewinne erst gegen Ende der Laufzeit. Richtig verdient wird mit ihnen in den letzten Jahren, wenn es zur Auszahlung der stillen Reserven und möglicher Schlussboni kommt. Zu Beginn der Laufzeit hingegen, während der ersten fünf Jahre, werden die Kosten und die erheblichen Vertragsprovisionen mit den Beiträgen verrechnet. Während dieses Zeitraums sind die Rückkaufswerte besonders gering.

 

Manchmal werden nicht einmal die bis zur Kündigung gezahlten Beiträge erstattet.Etwas besser steht der Inhaber einer Lebensversicherung da, wenn er auf eine vorzeitige Kündigung verzichtet und seine Police auf dem Zweitmarkt verkauft. Mit einem Verkauf der Lebensversicherung lässt sich ein Betrag erzielen, der um drei bis zehn Prozent über dem Rückkaufswert liegt. Verkauft werden können klassische Kapitallebensversicherungen. Unterdessen handeln darüber hinaus Policenaufkäufer allerdings auch fondsgebundene Lebensversicherungen.Policenhändler kaufen jedoch nicht jede Lebensversicherung. Die Bedingungen, zu denen sie Kapitallebensversicherungen handeln, sind unterschiedlich. Grundsätzlich sind jedoch Policen über kleinere Versicherungssummen bis zu 5.000 oder 10.000 Euro vom Handel ausgeschlossen. Gleiches gilt bei noch sehr langen Restlaufzeiten. Einige Policenhändler akzeptieren nur Lebensversicherungen von bestimmten Versicherungsgesellschaften.Wer seine Lebensversicherung verkaufen möchte, muss sich allerdings vor schwarzen Schafen in Acht nehmen, mit denen es in der letzten Zeit leider zunehmend Probleme gegeben hat. Unseriöse Geschäftemacher und Betrüger werben aggressiv und versprechen unrealistisch hohe Kaufpreise, beispielsweise zwischen 30 % und 100 % über dem festgestellten Rückkaufswert. Ein beliebter Trick sind auch Ratenzahlungsvereinbarungen über den ausgehandelten Kaufpreis. Es ist vor gekommen, dass Verkäufer vom angeblichen Policenhändler nichts mehr gehört haben, nachdem dieser den ersten Teilbetrag ausgezahlt hat. Seriöse Policenhändler beraten ihre Kunden gründlich und wollen sie nicht zum Verkauf überreden. Sie unterbreiten realistische Angebote.Wer einen dringenden Geldbedarf befriedigen möchte, für den ist häufig ein Policendarlehen die beste Lösung. Policendarlehen können beim Lebensversicherer selbst oder bei einem Händler auf dem Zweitmarkt aufgenommen werden. Am Zweitmarkt sind die Bedingungen in der Regel etwas günstiger. Streng genommen handelt es sich nicht um einen echten Kredit, wenn man seine Kapitallebensversicherung beleihen lässt. Ein Policenkredit ist nichts anderes als eine Vorauszahlung auf die Versicherungsleistung. Ausgezahlt wird das Geld, welches man zuvor in die Lebensversicherung eingezahlt hat, zuzüglich möglicher im Rückkaufswert bereits enthaltener Gewinnanteile.Policenkredite werden verschieden abgewickelt. Am häufigsten wird der ausgezahlte Betrag am Ende der Laufzeit durch die Ablaufleistung getätigt, so dass lediglich Zinszahlungen zu leisten sind. Möglich sind aber auch vereinbarte Tilgungsraten, Sondertilgungen oder die Begleichung des gesamten Darlehensbetrages. Kreditnehmer können die Beiträge weiter entrichten oder die Lebensversicherung stilllegen.

 

Im letzten Fall verringern sich Ablaufleistung und Todesfallschutz.Da der ausgezahlte Darlehensbetrag durch die Lebensversicherung abgesichert ist, sind die Zinssätze günstig. Außerdem erübrigt sich eine Bonitätsprüfung.Eine weitere Möglichkeit ist ein durch die Abtretung der Ansprüche aus der Kapitallebensversicherung besichertes Bankdarlehen. Die Kreditsumme ist hierbei meistens auf den Rückkaufswert begrenzt. Auch hier sind die Zinsen günstig und Bonitätsprüfungen überflüssig.

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