
Ganz einfach: Man stiehlt sie sich! Weit wesentlich bedeutsamer als das Ausspähen von Oppositionellen und kritisch denkenden Personen ist heute die Beschaffung über das technologische Know How von Konkurrenzunternehmen oder fremden Staaten, kurz Wirtschaftsspionage oder Konkurrenzspionage genannt, wie die Affäre um die Aktivitäten der NSA in der Bundesrepublik derzeit zeigt. Wobei es sich hier natürlich nur im die Spitze eines Eisberges handelt, die da sichtbar wird. Praktiken wie das unerlaubte Kopieren von Daten über offene USB-Ports auf handliche USB-Sticks, das Fotografieren von Schriftstücken, von Fertigungsstraßen und Anlagen durch handliche und oft unverfänglich erscheinende Smartphones, die der beschäftigte Geschäftsmann ohnehin ständig am Ohr zu haben pflegt, das Mitlesen von E-Mails, das Abhören von Internetverbindungen oder selbst das Abkaufen vertraulicher dienstlicher Informationen gehören auch in der Bundesrepublik Deutschland längst zu den gängigen Praktiken.
Nicht nur Fertigungsstätten und industrielle Ballungsgebiete stehen dabei im Fokus der Dienste, sondern zunehmend auch Orte wie beispielsweise die Bankenmetropole Frankfurt am Main. Kein Wunder also, dass eine Detektei in Frankfurt sich aktuell kaum über einen Mangel an Aufträgen beklagen wird, denn die Abwehr der Spähversuche gestaltet sich immer schwieriger. Ärgerlich ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Tatsache, dass in der Bundesrepublik auf Behördenebene keine echte flächendeckende Abwehr solcher Maßnahmen existiert, so dass fremde Dienste, die im Auftrag ausländischer Konzerne agieren, innerhalb Deutschlands nahezu sorglos tätig werden können.
Wie Hohn muss daher die nach dem 30. Juni diesen Jahres bekanntgewordene Tatsache wirken, wonach die Bundesregierung die für Wirtschaftsspionage zuständige NSA bei ihren subversiven Aktivitäten selbst innerhalb Deutschlands noch aktiv unterstützte, was aus einem im April 2002 von Frank-Walter Steinmeier als damaliger Kanzleramtschef im Auftrag der Bundesregierung unterzeichnetem Geheimabkommen mit den USA eindeutig hervor geht. Die Bundesrepublik selbst betreibt übrigens nach eigenem Bekenntnis keinerlei Wirtschaftsspionage in Unternehmen im Ausland. Warum schützen wir dann nicht unser Know How?


